Gewächshaus mit Belichtung und Ventilatoren, Verbraucher, die ein Zwischenzähler getrennt erfasst
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Einen Zwischenzähler lesen Sie aus der Ferne über seine Kommunikationsschnittstelle aus, bei gewerblichen Stromzählern meist Modbus RTU über einen RS485-Bus. Ein Gateway fragt die Zählerstände ab und schickt sie in ein Portal oder an Ihr eigenes System. Für die Abrechnung mit Mietern lesen Sie den Bezugszähler eines geeichten Zählers aus, nicht die Leistung. Ein elektronischer MID-Zähler gilt ab dem Inverkehrbringen acht Jahre als geeicht.

Die Fernauslesung spart den monatlichen Gang zum Zählerschrank und liefert Verbrauchsdaten, die Sie für Abrechnungszwecke und für das Energiecontrolling im Unternehmen nutzen.

Die folgenden Abschnitte richten sich an den Elektroinstallateur oder Gebäudetechniker, der in Gewerbebetrieben und Gewerbeimmobilien Zwischenzähler setzt oder vorhandene Zähler fernauslesen will.

Ein Zwischenzähler misst einen Teil der Anlage hinter dem Hauptzähler

Ein Zwischenzähler sitzt in der Kundenanlage hinter dem Zähler des Messstellenbetreibers und misst den Stromverbrauch einzelner Bereiche: eine Gewerbeeinheit, einen Gebäudeteil oder einzelne Stromkreise. Der Stromversorger rechnet weiter über den Hauptzähler ab. Der Zwischenzähler teilt diesen Verbrauch im Gebäude auf, etwa auf Mieter oder auf Wärmepumpe, Ladepunkt und Allgemeinstrom. Unterzähler und Submetering meinen dasselbe. Welcher Unterzähler welchen Stromkreis misst, legen Sie vor dem Einbau in einem Messkonzept fest.

Zwischenzähler gibt es für Strom, Wasser, Gas und Wärme, im Gewerbe wie im Mehrfamilienhaus. Dieser Beitrag behandelt Stromzähler im Zählerschrank oder in der Unterverteilung. Ein Zwischenzähler ersetzt den Zähler des Messstellenbetreibers nicht. Mit dem intelligenten Messsystem des Netzbetreibers, also Smart Meter und Smart Meter Gateway, hat er nichts zu tun.

Ein digitaler Zwischenzähler zeigt Zählerstand und Leistung auf seinem Display. Ohne Schnittstelle lesen Sie ihn dort ab, also jeden Monat vor Ort. Ein mechanischer Zähler mit Zählscheibe hat in der Regel keine elektrische Schnittstelle. Für die Fernauslesung braucht der Zähler eine Modbus-, M-Bus- oder Impulsschnittstelle.

Für die Abrechnung muss der Zähler geeicht sein

Wer Strom und Stromkosten an Mieter weiterberechnet, verwendet Messwerte im geschäftlichen Verkehr. Die Rechtsgrundlage dafür ist das Mess- und Eichgesetz. Nach § 33 Abs. 1 MessEG dürfen solche Werte nur aus einem bestimmungsgemäß verwendeten Messgerät stammen. Der Zwischenzähler braucht dann eine gültige Eichung.

Ein MID-Zähler erfüllt das ohne Ersteichung. Nach § 37 Abs. 1 MessEG gilt ein Messgerät mit Konformitätsbewertung als geeicht, für die Dauer der Eichfrist, die mit dem Inverkehrbringen beginnt. Die Frist läuft also ab dem Inverkehrbringen, nicht ab dem Einbau.

Die Eichfrist steht in Anlage 7 der MessEV. Die Tabelle zeigt die Fristen für die Zähler, die in Gewerbeimmobilien üblich sind.

MessgerätEichfristMessEV Anlage 7
Elektronischer Stromzähler, direkt oder über Messwandler8 JahreNr. 6.3
Messwandler für Stromzählernicht befristetNr. 6.6
Wärme- und Kältezähler6 JahreNr. 7.1
Kalt- und Warmwasserzähler6 JahreNr. 5.5.1 und 5.5.2

Das Typschild zeigt, wann die Frist endet. Hinter dem CE-Zeichen steht ein Rechteck mit M und den letzten zwei Ziffern des Jahres (Richtlinie 2014/32/EU, Art. 21 und 22), danach die Kennnummer der benannten Stelle. Die Markierung „M24" wurde 2024 angebracht. Ab diesem Zeitpunkt läuft bei einem elektronischen Zähler die Eichfrist von acht Jahren. Für das reine Energiecontrolling ohne Abrechnung genügt ein Zähler ohne Eichung.

Wer den Zähler einbauen darf

Einen Zwischenzähler baut eine Elektrofachkraft eines eingetragenen Installationsbetriebs ein. Nach § 13 Abs. 2 NAV dürfen an der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung außer dem Netzbetreiber nur Unternehmen arbeiten, die in einem Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen sind. Für Instandhaltung gilt das nicht, außer zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung.

Drei Wege, einen Zwischenzähler fernauszulesen

Ein Zwischenzähler gibt seine Werte über Modbus, M-Bus oder einen Impulsausgang ab. Die Tabelle zeigt, was jeder Weg liefert.

WegWas der Zähler liefertTypischer Einsatz
Modbus RTU über RS485Zählerstände, Leistung, Spannung und Strom je Phase in RegisternGewerbliche Hutschienenzähler für die Montage in der Unterverteilung
Modbus TCPDieselben Register über EthernetNetzanalysatoren, TCP-Varianten von Stromzählern
M-BusZählerstände mit Einheit in jedem DatensatzWärme-, Wasser- und Gaszähler
Impulsausgang (S0)Ein Impuls je feste EnergiemengeÄltere und günstige Zähler

Nur Modbus und M-Bus übertragen den Zählerstand selbst. Welche Stromzähler eine Modbus-Schnittstelle haben, zeigt der Vergleich von Modbus-Energiezählern. Ein Impulszähler beginnt bei null, wenn Sie mit dem Zählen beginnen. Verliert er Impulse, weicht sein Stand vom Display ab, und das holen Sie nicht mehr auf. Den Unterschied zwischen beiden Bussen erklärt der Beitrag M-Bus und Modbus im Vergleich.

Welche Register Sie für die Abrechnung lesen

Für die Abrechnung lesen Sie den Bezugszähler, denn er zählt nur, was der Stromkreis aus dem Netz bezieht. Beim Eastron SDM630 ist das Input-Register 30073, Total Import kWh, mit Funktionscode 04 (Eastron, SDM630 Modbus Protocol Implementation V1.8).

Register 30343 heißt „Total kWh", ist laut Fußnote 3 derselben Anleitung aber Bezug plus Einspeisung. Hängt eine PV-Anlage hinter dem Zwischenzähler, zählt die Einspeisung als Verbrauch, und der Verbrauch des Mieters erscheint zu hoch. Der Fehler fällt erst auf, wenn ein Mieter seine Abrechnung nachrechnet.

300730x004818 420 kWh300750x004A2310 kWh303430x015620 730 kWh+Abrechnen
30073 Bezug
Was der Stromkreis aus dem Netz bezieht. Dieses Register rechnen Sie ab.
30075 Einspeisung
Was der Stromkreis zurückliefert, etwa aus einer PV-Anlage.
30343 Total kWh
Bezug und Einspeisung addiert. Für die Abrechnung ungeeignet.
Beim Eastron SDM630 addiert Register 30343 Bezug und Einspeisung. Für die Abrechnung lesen Sie 30073.

Jeder Wert des SDM630 ist ein 32-Bit-Float in zwei Registern, standardmäßig mit dem höherwertigen Register zuerst. Fragen Sie immer eine gerade Anzahl Register ab, sonst antwortet der Zähler mit einer Exception. Pro Anfrage sind höchstens 80 Register möglich. Andere Hersteller vergeben andere Adressen, also prüfen Sie für jeden Zähler die Registertabelle. Wie Sie eine solche Tabelle lesen, steht in Modbus-Register erklärt.

Mehrere Stromzähler an einem RS485-Bus

An einem RS485-Bus sind höchstens 32 elektrische Knoten erlaubt, das Gateway eingerechnet. Eastron nennt in der Anleitung des SDM630 eine Gesamtlänge von höchstens 1200 m und eine geschirmte, verdrillte Leitung wie Belden 8761.

Sie schleifen A und B von Zähler zu Zähler durch, ohne Stichleitungen. An beiden Enden sitzt ein Abschlusswiderstand von 120 Ω (mindestens 0,25 W). Jeder Zähler bekommt eine eigene Modbus-Adresse zwischen 1 und 247. Ab Werk steht der SDM630 auf Adresse 1, 9600 Baud, ohne Parität, ein Stoppbit. Bei fünf Zählern am Bus ändern Sie also zuerst vier Adressen.

120 ΩBusanfangGatewayZähler01Zähler02Zähler03120 ΩBusende
Jeder Zwischenzähler am Bus hat eine eigene Adresse, an beiden Enden sitzt ein Abschlusswiderstand von 120 Ω.

Schirmung, Erdung und Leitungsführung beschreibt der Beitrag RS485-Verkabelung für Modbus.

Vom Zählerstand zur Abrechnung je Mieter

Der Verbrauch eines Mieters in einem Monat ist die Differenz zweier Zählerstände. Sie lesen den Bezugszähler am Ersten des Monats und am Ersten des Folgemonats und ziehen beide Werte voneinander ab.

Keine Verbindung18 420 kWh1. März19 655 kWh1. April1235 kWh im März
Der Monatsverbrauch ist die Differenz zweier Zählerstände. Eine Stunde ohne Verbindung steckt im nächsten Stand.

Das Zählwerk im Zähler läuft weiter, auch wenn die Verbindung zum Gateway eine Stunde ausfällt. Der Verbrauch dieser Stunde steckt im nächsten Stand. Leistung in Watt ist eine Momentaufnahme, daraus schreiben Sie keine Rechnung.

Leistung und kurze Intervalle brauchen Sie für das Energiecontrolling: welcher Stromkreis wann wie viel Energie zieht und wo der Stromverbrauch von der Vorwoche abweicht. Ein Beispiel ist ein Stromkreis, der am Wochenende nicht abschaltet. Die Messung in kurzen Abständen zeigt ihn, der Monatsstand nicht. So sehen Sie, an welcher Verbrauchsstelle sich eine Maßnahme lohnt. Der Zähler senkt den Stromverbrauch nicht. Die Einsparung kommt aus den Maßnahmen, die Sie treffen, nachdem Sie wissen, wo der Strom hingeht.

Fernablesbar bis Ende 2026: was für Wärme und Wasser gilt

Für Wärme und Warmwasser schreibt die Heizkostenverordnung die Fernablesung vor, für Strom nicht. Nach § 5 Abs. 2 HeizkostenV muss Ausstattung, die nach dem 1. Dezember 2021 installiert wurde, fernablesbar sein, also „ohne Zugang zu einzelnen Nutzeinheiten abgelesen werden" können. Vorhandene Geräte rüsten Sie nach § 5 Abs. 3 bis zum 31. Dezember 2026 nach oder ersetzen sie.

Die EU-Energieeffizienzrichtlinie 2012/27/EU legt in Art. 9c dieselbe Regel für die ganze EU fest, mit Stichtag 1. Januar 2027. Ein Stromzwischenzähler ist davon nicht betroffen. Wer ohnehin einen Bus für die Wärme- und Wasserzähler legt, kann die Stromzähler aber am selben Gateway auslesen.

Was ist ein Zwischenzähler?

Ein Strom-, Wasser-, Gas- oder Wärmezähler hinter dem Hauptzähler, der den Verbrauch einer Gewerbeeinheit, eines Gebäudeteils oder einzelner Stromkreise misst. Der Stromversorger rechnet über den Hauptzähler ab. Mit dem Zwischenzähler teilen Sie diesen Verbrauch im Gebäude auf, etwa auf Mieter.

Wer darf einen Zwischenzähler einbauen?

Eine Elektrofachkraft eines Installationsbetriebs, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Das verlangt § 13 Abs. 2 NAV für Arbeiten an der Anlage hinter der Hausanschlusssicherung. Für reine Instandhaltung gilt die Pflicht nicht, außer zwischen Hausanschlusssicherung und Messeinrichtung.

Muss ein Zwischenzähler geeicht sein?

Ja, wenn Sie damit abrechnen. Messwerte im geschäftlichen Verkehr müssen nach § 33 MessEG aus einem geeichten Messgerät stammen. Ein MID-Zähler gilt ab dem Inverkehrbringen als geeicht. Für ein reines Energiecontrolling ohne Abrechnung reicht ein Zähler ohne Eichung.

Wie lange gilt die Eichung eines Stromzählers?

Acht Jahre bei einem elektronischen Stromzähler, direkt oder über Messwandler angeschlossen (MessEV Anlage 7, Nr. 6.3). Bei einem MID-Zähler beginnt die Frist mit dem Inverkehrbringen. Das Jahr steht auf dem Typschild hinter dem CE-Zeichen, als M mit zwei Ziffern.

Welche Zähler müssen fernauslesbar sein?

Wärme- und Warmwasserzähler sowie Heizkostenverteiler. Nach § 5 HeizkostenV muss alles, was nach dem 1. Dezember 2021 installiert wurde, fernablesbar sein, vorhandene Geräte bis zum 31. Dezember 2026. Für Stromzwischenzähler gibt es keine solche Pflicht.

Wie viele Zwischenzähler passen an einen RS485-Bus?

Höchstens 32 elektrische Knoten, das Gateway eingerechnet. Diese Grenze nennt Eastron für den SDM630. Jeder Zähler braucht eine eigene Modbus-Adresse zwischen 1 und 247, und an beiden Enden des Busses sitzt ein Abschlusswiderstand von 120 Ω.

Das ModbusCloud Gateway liest bis zu 32 Modbus-Geräte je RS485-Linie aus, außerdem Zähler mit Modbus TCP im Netzwerk. Für den Eastron SDM630, die Janitza-UMG-Reihe und die Energiezähler von Schneider stehen Vorlagen in der Bibliothek. Standardmäßig liest das Gateway alle 5 Minuten aus, die Historie bleibt 365 Tage gespeichert. Je Gateway laden Sie die Messwerte als CSV für 30 Tage oder 12 Monate herunter, und die REST-API liefert dieselben Stände an ein eigenes Abrechnungssystem. Fällt die Verbindung aus, puffert das Gateway die Messwerte und sendet sie nach. Das Gateway kostet 295 Euro, die Portallizenz 149 Euro pro Jahr oder 495 Euro einmalig.