Titelkarte zum Ersatz des Ewon Cosy 141 mit der Skizze eines RS485-Busses mit Master und Slaves
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Der Ewon Cosy 141 ist bei HMS seit Jahren in der Exit-Phase. Laut dem Ewon-Distributor FOXON endet der Fernzugriff über Talk2M für dieses Gerät Ende 2027. HMS empfiehlt zwei Nachfolger: den Flexy 205 mit MPI-Karte, wenn Sie den MPI-Port nutzen, sonst einen VPN-Router der Cosy+-Reihe. Ohne Ersatz erreichen Sie die SPS dieser Maschinen ab 2028 nicht mehr aus der Ferne. Brauchen Sie von einer Maschine nur Messwerte, reicht auch ein Daten-Gateway ohne VPN-Tunnel.

Die folgenden Abschnitte richten sich an Maschinenbauer und Systemintegratoren, die Cosy 141 bei Kunden betreiben.

Ewon Cosy 141 in der Exit-Phase, das Enddatum kommt vom Händler

HMS schreibt im Ersatzleitfaden für Ewon-Produkte, der Cosy 141 und die CD-Generation seien „still supported on our Talk2m platform for now“. Der Satz geht weiter: „it is time to plan their replacement, as they have been in the exit phase for several years“. Ein Datum nennt HMS dort nicht.

Das Datum stammt von FOXON. Am 23. Juli 2026 schrieb der Distributor, die Fernwartung über Talk2M sei für einen Cosy 141 oder ein Ewon-CD-Gerät „only available until the end of 2027“. Ab dem 1. Januar 2028 baut die Cloud keine Verbindung mehr zu diesen Routern auf. Eine frühere Fassung derselben Aktion nannte noch Ende 2026. Lassen Sie sich das Datum deshalb von Ihrer HMS-Bezugsquelle bestätigen.

FOXON gibt bis Ende 2026 Rabatt, wenn Sie ein Altgerät gegen einen Cosy+ oder Flexy tauschen. Für ein aktiv genutztes Gerät sind es 25 %, für mehrere 30 % und für ein stillgelegtes 15 %.

20242025202620272028202920302031
Fernzugriff Cosy 141 und CD
Talk2MEnde 2027
Tauschrabatt auf Cosy+ oder Flexy
RabattEnde 2026
Termine laut Distributor FOXONHMS selbst nennt kein Datum, nur die Exit-Phase.

Erfassen Sie, welche Anschlüsse jeder Cosy 141 nutzt

Der richtige Nachfolger hängt davon ab, welche Schnittstellen an der einzelnen Maschine belegt sind. Laut Datenblatt hat der Cosy 141 einen WAN-Port, einen Switch mit vier LAN-Ports und eine 9-polige SUB-D-Buchse. Diese Buchse ist je nach Variante seriell (RS232, RS422 oder RS485) oder MPI/Profibus.

Prüfen Sie pro Gerät:

  1. Die Variante. Die MPI-Version ist für eine Siemens-SPS mit MPI- oder Profibus-Schnittstelle gedacht. Sie entscheidet über den Nachfolger.
  2. Die serielle Schnittstelle als Gateway. Der Cosy 141 setzt Modbus TCP auf Modbus RTU um und ISO TCP auf MPI oder Profibus. Nutzt die Maschinensoftware das, muss der Nachfolger es auch können.
  3. Den Schlüsselschalter. Am Digitaleingang kann ein Schalter hängen, mit dem der Kunde die VPN-Verbindung freigibt. Der Cosy+ hat zwei Digitaleingänge.
  4. Den Weg ins Internet. Eingerichtet wurde der Cosy 141 über seine eingebaute Weboberfläche mit Assistenten. Er baut die Verbindung zu Talk2M selbst ausgehend auf, über HTTPS auf Port 443 oder UDP auf Port 1194. Lässt die Firewall des Kunden nur diese Verbindung durch, muss die Regel auch für den Nachfolger passen.

Bei Ewon bleiben: Cosy+ oder Flexy 205 mit MPI-Karte

Der Ersatzleitfaden von HMS stellt eine Frage: Nutzen Sie den MPI-Port? Mit Ja kommen Sie zum Flexy 205 mit MPI-Erweiterungskarte, mit Nein zur Cosy+-Reihe. Als dritte Möglichkeit nennt HMS einen Flexy 203 mit zusätzlicher Kommunikationskarte.

Cosy 141MPI-Port in Verwendung?janeinFlexy 205 + MPI-KarteCosy+
Flexy 205 + MPI-Karte. Die Karte FLC 3701 passt nur in den Flexy 205 und verbindet eine Siemens-SPS über MPI oder Profibus.
Cosy+. Vier Ethernet-Ports und USB, keine serielle Schnittstelle. Auch mit 4G oder WLAN erhältlich.
Der HMS-Ersatzleitfaden fragt nur nach dem MPI-Port.

Der Cosy+ hat keine serielle Schnittstelle. Wer den Cosy 141 als Modbus-Gateway zwischen TCP und RTU genutzt hat, bekommt diese Funktion mit einem Cosy+ nicht zurück. Die Tabelle stellt beide Router für den Tausch nebeneinander.

Cosy 141Cosy+ (Ethernet, EC71330)
Ethernet1 WAN, 4 LAN4 Ports, Port 1 immer LAN, ab Werk Port 4 WAN
FeldschnittstelleSUB-D9, seriell oder MPI/ProfibusUSB, nicht seriell
SD-Karteneinja, auch für die Talk2M-Registrierung
Digitale Ein- und Ausgänge1 DI, 1 DO2 DI, 1 DO
Versorgung12 bis 24 V DC12 bis 24 V DC
Betriebstemperatur-20 bis 70 °C-25 bis 60 °C
Garantie18 Monate36 Monate

Quelle: Datenblatt eWON Cosy 141 und HMS-Installationsanleitung IG-0031-00 für den Cosy+.

Die MPI-Karte FLC 3701 ist laut HMS „only dedicated to the Ewon Flexy 205“. Einen Flexy 203 mit MPI gibt es also nicht.

Talk2M Free und Pro unterscheiden sich bei Verbindungen und Traffic

Talk2M Free erlaubt eine gleichzeitige VPN-Verbindung, Talk2M Pro fünf. Händlerseiten und KI-Antworten nennen teils „zwei gleichzeitige Verbindungen“; in der Ewon-Hilfe zu den Talk2M-Plänen steht diese Zahl nicht.

Talk2M FreeTalk2M Pro
Gleichzeitige VPN-Verbindungen15, erweiterbar
VPN-Traffic pro Monat3 GB, nicht erweiterbar20 GB, erweiterbar
Mobile Sitzungen (M2Web, eCatcher Mobile)5unbegrenzt
DataMailbox pro Monat5 Mio. Datenpunkte10 Mio. Datenpunkte
Laufzeit12 Monate je neu hinzugefügtem GerätJahresabo

Quelle: Ewon-Onlinehilfe, Talk2M pricing plans, abgerufen am 26. Oktober 2026. Ewon nennt keinen Preis für Pro, FOXON verlangt 900 Euro netto pro Jahr.

Arbeitet immer nur ein Servicetechniker per Fernwartung, genügt eine Verbindung. Greifen zwei Kollegen gleichzeitig auf verschiedene Anlagen zu, brauchen Sie Pro.

Fernwartung ohne Ewon heißt neue Software auf jedem Service-PC

Ein VPN-Router eines anderen Herstellers bringt ein anderes Portal und einen anderen VPN-Client mit. Jeder Techniker richtet ihn auf seinem PC neu ein.

IXON bietet mit Remote Access Cloud Free ein kostenloses Abo ohne Grenze bei Nutzern, Maschinen und gleichzeitigen VPN-Verbindungen. IXON nennt für seine Router SPS von Siemens, Allen-Bradley, Schneider, Delta, Beckhoff, Omron und Mitsubishi. Eine Historie der Messdaten gehört nicht zum kostenlosen Abo. Die steckt im kostenpflichtigen Machine Insights, mit mindestens einem Jahr Vertragslaufzeit. Aus Deutschland bietet INSYS icom eigene Router für die SPS-Fernwartung an. Wie sich Cloud-Plattformen für Modbus-Daten unterscheiden, steht im Modbus-Cloud-Plattform-Vergleich.

Eine eigene Fernwartungsplattform mit OpenVPN oder WireGuard macht Sie unabhängig von einer Hersteller-Cloud. Den Server, die Zertifikate und den Zugriff pro Kunde betreuen Sie dann selbst.

Für reine Messdaten brauchen Sie keinen VPN-Tunnel

Ein VPN-Router öffnet einen Tunnel in beide Richtungen. Darüber programmieren Sie die SPS und bedienen das HMI aus der Ferne. Ein Daten-Gateway liest Register vor Ort und schickt nur die Werte hinaus, ein Zugriff auf die Steuerung entsteht dabei nicht.

AnlageVPN-RouterSPSRouterService-PCDaten-GatewayModbus-GerätGatewayPortal
VPN-Router. Der Verkehr läuft in beide Richtungen, Sie programmieren die SPS und bedienen das HMI aus der Ferne.
Daten-Gateway. Die Werte gehen nur nach außen, für Historie und Alarme. Die Steuerung bleibt unerreichbar.
Ein Daten-Gateway ersetzt die Messdaten eines VPN-Routers, nicht den Zugriff auf die SPS.

Klären Sie pro Maschine, wofür der Cosy 141 dort sitzt: zum Programmieren oder zum Nachsehen, ob die Anlage läuft und welche Störung ansteht. Spricht die Steuerung, ein Frequenzumrichter oder ein Energiezähler Modbus RTU oder Modbus TCP, holt ein Daten-Gateway diese Werte ohne Tunnel ab. Welches der beiden Protokolle passt, steht in Modbus RTU oder Modbus TCP.

Ein Daten-Gateway programmiert nichts. Für Änderungen am SPS-Programm aus der Ferne bleibt ein VPN-Router nötig. Beide Geräte können im selben Schaltschrank sitzen.

Wie Messdaten von einer Anlage in ein Portal kommen, beschreibt Modbus-Monitoring in der Cloud. Hängt die Maschine nicht im Netz des Kunden, führt der Weg über ein 4G-Modbus-Gateway. Welche Alarmregeln auf Störungsregister passen, steht in Modbus-Benachrichtigungen einrichten.

Häufige Fragen

Wann endet Talk2M für den Ewon Cosy 141?

Ende 2027, laut dem Ewon-Distributor FOXON. Ab dem 1. Januar 2028 ist mit einem Cosy 141 oder einem Ewon-CD-Gerät kein Fernzugriff über Talk2M mehr möglich. HMS selbst nennt im Ersatzleitfaden kein Datum, nur die Exit-Phase. Eine frühere FOXON-Aktion nannte Ende 2026, fragen Sie deshalb bei Ihrer Bezugsquelle nach.

Was ist der Nachfolger des Ewon Cosy 141?

Der Cosy+, solange Sie den MPI-Port nicht nutzen. Mit MPI empfiehlt HMS den Flexy 205 mit der Erweiterungskarte FLC 3701, die nur in diesen Router passt. Der Cosy+ hat vier Ethernet-Ports und USB, aber keine serielle Schnittstelle. Als dritte Möglichkeit nennt HMS einen Flexy 203 mit Kommunikationskarte.

Was ist Talk2M?

Talk2M ist der Cloud-Dienst von Ewon für die Fernwartung. Der Router vor Ort baut eine ausgehende VPN-Verbindung zu Talk2M auf, der Techniker verbindet sich mit dem Client eCatcher oder per Browser über M2Web. So erreicht er SPS und HMI hinter dem Router, ohne dass beim Kunden ein Port geöffnet wird.

Was kostet eine Fernwartung über Talk2M?

Talk2M Free kostet nichts und erlaubt eine VPN-Verbindung gleichzeitig, mit 3 GB Traffic pro Monat. Für Pro nennt Ewon keinen Preis und verweist auf HMS. FOXON verlangt 900 Euro netto pro Jahr für Pro mit fünf gleichzeitigen Verbindungen und 20 GB pro Monat. Dazu kommt der Router.

Funktioniert ein Cosy 141 nach 2027 noch lokal?

Unbekannt. FOXON schreibt nur, dass der Fernzugriff über Talk2M endet. Ob der Router danach als lokaler Router oder serielles Gateway weiterläuft, hat HMS nicht veröffentlicht. Planen Sie nicht damit: Eine Maschine, die Sie aus der Ferne erreichen müssen, braucht vor 2028 einen anderen Router.

Kann ich nur die Messdaten über ein anderes Gateway abholen?

Ja, wenn Steuerung oder Geräte in der Maschine Modbus RTU oder Modbus TCP sprechen. Ein Daten-Gateway liest die Register vor Ort und schickt die Werte an ein Portal für Historie und Alarme. SPS-Programmierung oder HMI-Bedienung aus der Ferne geht damit nicht, dafür bleibt ein VPN-Router nötig.

ModbusCloud für die Messdaten Ihrer Maschinen

Das ModbusCloud Gateway liest Modbus RTU über RS485 und Modbus TCP über das Netzwerk und baut selbst eine ausgehende Verbindung über MQTT mit TLS auf. Portweiterleitung oder eine feste IP-Adresse braucht es vor Ort nicht. Das Portal speichert die Historie pro Register 365 Tage und meldet Alarme per E-Mail, im Portal oder über einen Webhook. Das Gateway bietet keinen VPN-Zugang und keinen Zugriff auf die SPS, für die Programmierung aus der Ferne bleibt ein Fernwartungsrouter nötig. Das Gateway kostet 295 Euro, die Portallizenz 149 Euro pro Jahr oder 495 Euro einmalig, jeweils netto.