Pumpstation mit vier vertikalen Pumpen und Schaltschrank, eine Anlage, die Sie per Modbus aus der Ferne auslesen
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Eine Modbus Cloud Plattform liest den RS485-Bus nicht selbst. Dazwischen sitzt immer ein Gateway oder eine Software, die als Modbus-Master die Register abfragt und die Werte weiterschickt. Bei ThingsBoard, AnyViz, Datacake, Teltonika RMS, IXON und Eziwan unterscheiden sich deshalb drei Dinge: die Hardware an der Anlage, die Einheit, nach der abgerechnet wird, und der Speicherort der Daten. Die Preise unten stammen von den Seiten der Anbieter, Stand 19. Oktober 2026.

Sechs Plattformen nach Hardware, Abrechnung und Einstiegspreis

Die Tabelle zeigt pro Plattform, was den Bus ausliest, wonach der Anbieter abrechnet und was der Einstieg kostet.

PlattformWas den Modbus-Bus ausliestAbrechnung proEinstiegEigene Marke
AnyVizUniversal Cloud Adapter auf eigener Windows- oder Linux-Hardware, oder das AnyViz IoT GatewayTag und Aufzeichnung, drei Monate im VorausPakete erst nach der Registrierung sichtbarOEM-Version mit eigener Domain
Datacakeeine LoRaWAN-Modbus-Bridge, etwa Adeunis ModbusGerät, monatlich5 Geräte kostenlos, Hobby 25 Euro pro Monat bis 25 Geräteab Light, 159 Euro pro Monat
ThingsBoard CloudThingsBoard IoT Gateway, Software auf eigener HardwareGerät, monatlichFree bis 5 Geräte, Prototype 45 Euro pro Monat bis 50ab Pilot, 145 Euro pro Monat
IXON Cloudein IXON-Router über Modbus TCPMaschine, Laufzeit mindestens 1 JahrMachine Insights Live 200 Dollar pro Monat, ohne HistorieService Portal, 625 Dollar pro Monat
Teltonika RMSein Teltonika-Router oder -GatewayGerät, mit Credits oder Paketen für 3, 5 oder 10 Jahre30 Tage Test pro Gerätangepasste RMS-Version möglich
Eziwandas eigene Eziwan Gateway mit RS-485Angebotkeine Preisliste, Angebot innerhalb von 24 Stundenim Paket ab 50 Gateways

Quellen: Preis- und Produktseiten von AnyViz, Datacake, ThingsBoard, IXON, Teltonika Networks und Eziwan, abgerufen am 19. Oktober 2026. ThingsBoard nennt für die Region Europa Euro, IXON nur Dollar.

Zwei der sechs Anbieter sitzen in Deutschland. AnyViz kommt von Mirasoft und nennt sich „The Cloud for your PLC"; der Cloud Adapter ist auch im CODESYS Store erhältlich. Datacake schreibt „Engineered in Germany" und hat sich auf LoRaWAN-Sensoren spezialisiert. IXON aus den Niederlanden baut für Maschinenbauer, die ihre Maschinen beim Kunden aus der Ferne bedienen. Teltonika RMS ist das Verwaltungssystem für die eigenen Router. Eziwan aus Frankreich liefert Gateway, Cloud und SIM-Karte als Paket, mit Website und Support auf Französisch.

Zwischen Bus und Plattform sitzt immer ein Gateway oder eine Software

Jede Plattform braucht einen Zwischenschritt, der als Modbus-Master die Register abfragt. Dafür gibt es vier Wege.

Was den Bus ausliestModbus-GerätRTU / TCPCloud-PlattformDashboards und Historie1Gateway des AnbietersIXON, Teltonika, Eziwan2Software auf eigener HardwareThingsBoard, AnyViz3LoRaWAN-BridgeDatacake4Modbus-zu-MQTT-GatewayMQTT, REST
1
Gateway des Anbieters. Die Plattform arbeitet mit Router oder Gateway desselben Anbieters. IXON liest über Modbus TCP. Die IXON-Router haben Ethernet, im Datenblatt steht kein RS485.
2
Software auf eigener Hardware. Das ThingsBoard IoT Gateway (Python) oder der AnyViz Cloud Adapter läuft auf einem Linux- oder Windows-Gerät, das Sie stellen, mit eigener RS485-Schnittstelle.
3
LoRaWAN-Bridge. Eine Bridge wie Adeunis Modbus fragt die Register ab und sendet die Werte per LoRaWAN an die Plattform.
4
Modbus-zu-MQTT-Gateway. Ein Gateway eines Drittanbieters setzt Register auf MQTT oder REST um. Eziwan schickt so auch an InfluxDB, AWS IoT oder Azure IoT Hub.
Vier Wege, auf denen Modbus-Daten in eine Cloud-Plattform kommen. Die Plattform selbst spricht kein RS485.

Wer die Hardware stellt, übernimmt auch die Wartung. Läuft die Modbus-Software auf eigener Hardware, kümmern Sie sich um Betriebssystem, Updates und RS485-Adapter. Beim Gateway des Anbieters steckt das in einem Gerät, dafür sind Sie an diese Hardware gebunden.

Teltonika schreibt im eigenen Wiki wörtlich, dass RMS die Informationen von Fremdgeräten nicht direkt abrufen kann. Der Router liest den Modbus-Wert, und RMS fragt ihn über einen API-Endpunkt des Routers ab. Für jeden Wert legen Sie dazu ein Monitoring-Template an. Zehn Zähler mit je fünf Werten sind fünfzig Einträge, zusätzlich zur Modbus-Konfiguration auf dem Router.

Hängt das Gerät am RS485-Bus und bietet die Plattform nur Modbus TCP, brauchen Sie einen seriellen Umsetzer. Bei IXON ist das so: Die Dokumentation zum Datenlogging nennt OPC-UA, Modbus TCP und Siemens S7. Den Unterschied der beiden Varianten erklärt Modbus RTU vs Modbus TCP.

Was eine Modbus Cloud Plattform zählt, bestimmt den Preis einer Anlage

Dieselbe Anlage kostet auf jeder Plattform etwas anderes, weil jede Plattform etwas anderes zählt. Als Beispiel dient ein Gateway mit sechs Stromzählern, die je zwanzig Register liefern.

Gateway× 20× 20× 20× 20× 20× 2016120
1: pro Gateway oder Maschine
IXON rechnet pro Maschine ab, Teltonika RMS pro Router oder Gateway.
6: pro Gerät
ThingsBoard zählt jedes Modbus-Gerät hinter dem Gateway als eigenes Gerät.
120: pro Tag
AnyViz rechnet nach der Anzahl der Tags und der aktivierten Aufzeichnung ab.
Ein Gateway mit sechs Zählern zu je zwanzig Registern zählt als 1, 6 oder 120 Einheiten.

ThingsBoard zählt laut Preisseite Geräte. Die Lizenz definiert ein Gerät als jede Datenquelle, „whether connected directly or through any gateway". Sechs Zähler hinter einem Gateway sind also sechs Geräte. Das kostenlose Paket endet bei fünf, Sie landen bei Prototype: 45 Euro pro Monat für bis zu 50 Geräte und 10 Millionen Datenpunkte. Ein Datenpunkt ist laut ThingsBoard ein einzelner Messwert.

AnyViz rechnet nach Tags und nach der Aufzeichnung ab, die Sie pro Tag einschalten. Liest der Adapter zwanzig Register pro Zähler, sind das 120 Tags. Die Standardpakete zeigt AnyViz erst nach der Registrierung im Portal, die Rechnung kommt drei Monate im Voraus.

IXON zählt laut Preisseite Maschinen. Machine Insights Live kostet 200 Dollar pro Monat und zeigt Live-Daten. Die Aufzeichnung der Historie beginnt erst im Paket PoC für 25 Maschinen, mit Preis auf Anfrage. Für einen Monatsbericht an den Kunden brauchen Sie diese Historie. Die Mindestlaufzeit beträgt ein Jahr, die Zahlung erfolgt quartalsweise oder jährlich.

Teltonika RMS rechnet pro Gerät ab. Nach 30 Tagen Test kaufen Sie Credits für je 30 Tage oder ein Paket für 3, 5 oder 10 Jahre. Datacake rechnet pro Gerät ab und speichert Daten ein Jahr, mit Add-on zwei Jahre.

ThingsBoard steht ab Version 4.4 unter der Business Source License

ThingsBoard hat am 29. September 2026 Community Edition und Professional Edition zu einem Produkt unter der Business Source License 1.1 zusammengelegt. Bis Version 4.3 stand die Community Edition unter Apache 2.0. Ab 4.4 ist der Quellcode einsehbar, die kostenlose Nutzung hat aber Grenzen.

Gewerbliche Nutzung bleibt kostenlos bis 100 Geräte auf einem Server, solange Name, Logo und „Powered by ThingsBoard" sichtbar bleiben. Wer das durch die eigene Marke ersetzt, braucht eine kommerzielle Lizenz, auch unter 100 Geräten. Jede Version wird vier Jahre nach Erscheinen zu Apache 2.0.

Ein Installateur, der ThingsBoard selbst für mehrere Kunden betreibt, zählt alle Modbus-Geräte zusammen. Version 4.3 bekommt laut ThingsBoard Sicherheitsupdates bis 20. Juli 2027. Das ThingsBoard IoT Gateway, das den Modbus-Bus liest, ist ein eigenes Projekt und steht weiterhin unter Apache 2.0.

Registeradressen und weitere Fallen bei der Einrichtung

AnyViz und IXON zählen Registeradressen ab 0. Steht im Handbuch eines Zählers das Register 40001, tragen Sie in der Plattform 0 ein.

zählt ab 1Handbuchzählt ab 0Eingabe in der Plattform400010x0000400020x0001400030x0002401000x0063499990x270Ehöchstes Register0x270E

Die 4 weglassen und 1 abziehen: aus 40001 wird 0.

Beginnt das Handbuch bei 1, ziehen Sie in AnyViz und IXON 1 von der Registernummer ab.

Ein falscher Versatz erzeugt keine Fehlermeldung. Die Plattform liest das Nachbarregister und zeigt einen Wert, der plausibel aussieht. Bei 32-Bit-Werten über zwei Register kombiniert sie die Hälfte eines Werts mit der Hälfte des nächsten.

Wie Registernummer und Adresse zusammenhängen, steht in Modbus-Register erklärt.

AnyViz nennt auf der Modbus-Seite für Modbus RTU höchstens 30 Slaves pro Verbindung des Adapters. Die Modbus-Spezifikation (Modbus over Serial Line V1.02) erlaubt 32 Geräte pro RS485-Segment ohne Repeater. Planen Sie 31 oder 32 Zähler an einem Bus, klären Sie mit AnyViz, ob eine zweite Verbindung nötig ist.

Speicherort und Anbieterwechsel nach dem Data Act

AnyViz, IXON und ThingsBoard speichern Daten in der EU. AnyViz schreibt „exclusively in European data centers", IXON „Data storage within EU". ThingsBoard hat neben Nordamerika eine eigene Region Europa (eu.thingsboard.cloud), die Sie beim Anlegen des Kontos wählen. Teltonika nennt für RMS nur AWS als Hosting, ohne Region. Verlangt Ihr Kunde nach DSGVO eine Speicherung in der EU, fragen Sie die Region schriftlich nach.

Der Data Act (Verordnung (EU) 2023/2854) gilt seit 12. September 2025 und regelt den Wechsel zwischen Cloud-Diensten. Nach Artikel 25 darf die Kündigungsfrist höchstens zwei Monate betragen, und der Wechsel muss innerhalb von 30 Kalendertagen abgeschlossen sein. Danach bleiben mindestens 30 Kalendertage, um die Daten abzurufen. Artikel 29 erlaubt bis 12. Januar 2027 nur reduzierte Wechselentgelte, danach keine.

Fragen Sie vor der Wahl, in welchem Format die Historie herauskommt. Ein Export pro Register mit Zeitstempel lässt sich in eine andere Plattform oder in Excel laden. Dashboards und Regeln funktionieren meist nur in derselben Plattform. Eine zweite Möglichkeit ist, die Daten parallel an ein eigenes System zu schicken, wie Eziwan es mit MQTT und InfluxDB anbietet. Lokales und cloudbasiertes Loggen vergleicht Modbus-Datenlogger.

Welche Plattform zu welchem Betrieb passt

Die Wahl folgt aus der Hardware, die schon im Feld steht, und aus dem, was Ihr Kunde erwartet.

Ein Maschinenbauer mit SPS und Servicevertrag landet bei IXON, wegen des VPN-Zugriffs auf die Steuerung. Rechnen Sie dann Historie und Service Portal in den Preis ein. Stehen schon Teltonika-Router im Feld, verwalten Sie diese mit RMS. Für Messdaten mit Historie und Berichten brauchen Sie eine zweite Plattform.

Ein Integrator, der eigene Dashboards baut und einen Server betreibt, schaut auf ThingsBoard oder AnyViz. Zählen Sie vorher Modbus-Geräte oder Tags, und lesen Sie bei ThingsBoard die Lizenz ab Version 4.4. Datacake passt zu Gebäuden mit vielen Funksensoren, Modbus kommt dann über eine LoRaWAN-Bridge. Eziwan passt, wenn Gateway, Cloud und SIM-Karte von einem Anbieter kommen sollen und Support auf Französisch kein Hindernis ist.

Eine Plattform kennt die Register eines Geräts nur, wenn es eine Vorlage für Marke und Typ gibt. Sonst tragen Sie die Register aus dem Handbuch selbst ein. Worauf es bei der Wahl des Gateways unabhängig von der Plattform ankommt, steht in der Modbus-Gateway Kaufberatung.

Häufige Fragen

Braucht man Hardware vom Plattformanbieter?

Nicht immer. IXON, Teltonika RMS und Eziwan arbeiten mit Router oder Gateway desselben Anbieters. ThingsBoard und AnyViz betreiben ihre Modbus-Software auf einem Linux- oder Windows-Gerät, das Sie selbst stellen. Datacake bekommt Modbus-Daten über eine LoRaWAN-Bridge. Einen Zwischenschritt, der den Bus ausliest, brauchen Sie immer.

Gibt es eine kostenlose Modbus Cloud Plattform für den gewerblichen Einsatz?

Ja, mit Grenzen. ThingsBoard Cloud ist bis 5 Geräte kostenlos, Datacake für die ersten 5. Selbst betriebenes ThingsBoard 4.4 ist gewerblich bis 100 Geräte auf einem Server kostenlos, mit sichtbarem ThingsBoard-Logo. IXON Remote Access Free kostet nichts, enthält aber kein Datenlogging. Jedes Modbus-Gerät hinter einem Gateway zählt mit.

Wie kann ich Modbus-Daten in die Cloud bringen?

Über ein Gateway oder eine Software, die als Modbus-Master die Register liest. Das Gateway fragt die Geräte per Modbus RTU oder TCP ab und schickt die Werte per MQTT oder HTTPS an die Plattform. Die Plattform sieht nie einen Modbus-Frame, nur die gelesenen Werte mit Zeitstempel.

Wo liegen die Daten bei diesen Plattformen?

In der EU bei AnyViz, IXON und ThingsBoard in der Region Europa, laut den Seiten der Anbieter. ThingsBoard hat auch eine Region Nordamerika, die Sie beim Anlegen wählen. Teltonika nennt für RMS nur AWS ohne Region. Verlangt Ihr Kunde Speicherung in der EU, lassen Sie sich die Region schriftlich bestätigen.

Kann ich die Plattform unter eigener Marke an Kunden geben?

Ja, meist in einem teureren Paket. ThingsBoard Cloud ab Pilot (145 Euro pro Monat), Datacake ab Light (159 Euro pro Monat), IXON mit dem Service Portal (625 Dollar pro Monat). AnyViz hat eine OEM-Version, Eziwan White Label ab 50 Gateways. Bei selbst betriebenem ThingsBoard 4.4 braucht ein eigenes Logo eine Lizenz.

Was regelt der Data Act beim Anbieterwechsel?

Eine Kündigungsfrist von höchstens zwei Monaten und einen Wechsel innerhalb von 30 Kalendertagen, danach mindestens 30 Tage zum Abrufen der Daten (Artikel 25 der Verordnung (EU) 2023/2854). Bis 12. Januar 2027 sind nur reduzierte Wechselentgelte erlaubt, danach keine. Klären Sie trotzdem, in welchem Format die Historie herauskommt.

Das ModbusCloud Gateway liest Modbus RTU über die eigene RS485-Schnittstelle und Modbus TCP über den LAN- und WAN-Port. Die Werte gehen per MQTT über TLS an einen Broker in Frankfurt, gespeichert wird in Irland, die Historie bleibt 365 Tage. Die Lizenz gilt pro Gateway, auch wenn mehrere Modbus-Geräte dahinter hängen. Das Gateway kostet 295 Euro, die Portallizenz 149 Euro pro Jahr oder 495 Euro einmalig, mit allen Funktionen und ohne Pakete. Das Kundenportal im Design des Installateurs ist in der Lizenz enthalten, Messwerte laden Sie pro Gateway als CSV oder JSON herunter.